Egal wie gut eine Reisevorbereitung ist, irgendwann stößt man auf etwas mit dem man vorher nicht (wirklich) gerechnet hat. Meistens kann man damit umgehen und das Problem hat sich schnell erledigt. Aber was macht man wenn nicht?
Als ich mein Projekt in Südafrika gebucht habe, habe ich mich wirklich darauf gefreut. Affen waren zu diesem Zeitpunkt meine Lieblingstiere und mit ihnen zuarbeiten klingt schonmal nicht schlecht. Auch als die genauere Projektbeschreibung ins Haus flatterte blieb die Vorfreude, zwei Wochen in einer Affenauffangstation wurden zum perfekten Ende meiner Weltreise in meinem Kopf.
Da ich mich nie konkreter auf ein Land vorbereite um größere Enttäuschungen zu vermeiden und um kaum Erwartungen zu haben, hatte ich keine großen Sorgen. Hat bisher auch immer ganz gut geklappt. Bisher.
Hier in Südafrika werde ich irgendwie nicht warm und das liegt nicht daran, dass es mittlerweile ziemlich kalt ist. Das Projekt liegt mir nicht. Vielleicht ein wenig aber das war es. Den ganzen Tag bin ich am arbeiten, mir wird vorgeschrieben wann ich Zeit mit den Tieren verbringen kann, wann ich Freizeit habe und wie ich sie am besten zu nutzen habe. Unter Arbeit versteht man hier Käfige putzen und Essen für die Tiere vorbereiten. Es dauert alles ewig, und jeden Tag stoße ich auf Widersprüche. Es gibt immer einen festen Tagesablauf, an den ich mich zu halten habe. Duschen und WiFi gibt es nach vier Uhr unter strengen Kontrollen, tausend kleinere Regeln die ziemlich alle Bereiche abdecken (und ziemlich lächerlich sind) kommen noch hinzu.
Mir fehlt da etwas. Ich würde gerne selbst bestimmen was ich wann mache. Ich möchte Südafrika kennen lernen, aber wie soll das gehen wenn ich hier kaum wegkomme. Einmal in der Woche geht es zum Supermarkt wo wir uns Sachen zur Selbstversorgung holen können. Kommt man da mit Einheimischen in Kontakt? Wohl kaum.
Dazu hätte ich gerne meine Zeit zurück, um selbst zu entscheiden was ich mache. Auf Entdeckungsreise gehen, Affen beobachten oder schlafen. Egal was, aber ich leide. Darauf war ich nicht vorbereitet und zudem allen mischt sich auch noch Sehnsucht nach Thailand. Ich will zurück zu meinem Elefanten, zurück zu einem Ort an dem alles perfekt war.
Zurück zu einem Ort wo ich glücklich war.
-Lin.
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