Montag, 20. April 2015

Ein glückliches Lachen

Ein einziger Wimpernschlag. Für Sekunden die Augen geschlossen und beim Öffnen sind sie plötzlich um - die zwei Monate in Ecuador.

Zuhause war mir klar, wenn dieser Fall eintritt ist Halbzeit meiner Reise. Aber jetzt weiß ich nicht mehr was ich von all dem halten soll.
Hinter mir liegt eine fantastische Zeit in der ich so viel erleben durfte, so viel lernen durfte und so viele neue Menschen kennen lernen durfte. Ich muss es ordnen, habe keinen Plan wie ich das erstmal verarbeiten soll wenn ich mich morgen schon ins nächste Abenteuer stürze.

Um ehrlich zu sein habe ich Angst. Ich fliege nicht gerne lange über Wasser und der Dreizehn-Stunden-Flug morgen über den Pazifik wird eine echte Herausforderung. Desweiteren bin ich jetzt schon von den Sicherheitsbehörden in den Staaten eingeschüchtert - ich möchte einfach nur, dass alles glatt läuft.
Dazu kommt: ich möchte hier gar nicht weg. Ecuador ist auf seine ganz eigene Art und Weise so wunderschön und hat mich komplett in den Bann gezogen. Hier habe ich Freunde und Familie, ich habe mittlerweile Spaß am Spanisch sprechen und jeden Tag erlebe ich neue Dinge. Wieso sollte ich gerade jetzt gehen?

Das alles zieht mich runter. Ich bin kein Mensch der gerne Abschied nimmt. Es bricht dann einfach alles heraus an Gefühlen. Mein Kopf ist gerade überfordert, voll mit tollen Erlebnissen versteht er nicht wieso er jetzt aufbrechen soll in ein neues Land, wo er wieder von vorne beginnen darf mit dem Einleben. Es rattert und rattert und lässt mich nicht schlafen.

Und dann schaue ich mitten in der Nacht auf meinen kleinen Nachttisch neben meinem Bett und schaue auf ein Bild was mir so unendlich viel Kraft gibt. Meine Schwester lächelt mich glücklich an und auf ein Mal wiegt das Abschied nehmen gar nicht mehr so schwer, heißt es doch, dass ich in drei Wochen mein Schwesterherz wieder habe. Nach viel zu langer Zeit.
Ich kann es jetzt schon versprechen, da kommt noch so viel Großes. Auch wenn mein Kopf noch nicht ganz bereit ist.

- Lin

PS: Herr Klopp, dass war damals so nicht abgemacht, einfach zu gehen wenn ich weg bin. Es tut nämlich weh sich nicht mehr bei einem Spiel von Ihnen verabschieden zu können. Jedenfalls Danke für unbeschreiblich geile Jahre, sie werden fehlen.

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