In meinem Kopf gibt es nur noch dieses Thema, ich darf dies und das nicht vergessen, das muss vorher noch unbedingt erledigt werden, bla bla bla. Es verwundert mich, dass ich noch nicht komplett durchgedreht bin, allein bei all dem Papierkram.
Ich spreche kaum noch über etwas anderes, immer wieder muss ich mich erklären, wo es alles hin geht, wann es los geht und wie ich mir das leisten kann. Leider werde ich letzteres zu oft gefragt, was mich ziemlich traurig macht und mir zu denken gibt. Da rede ich von dem größten Abenteuer meines bisherigen Lebens und alles was einem dazu einfällt ist die Finanzierung. Es zeigt ein fragwürdiges Bild der meisten Menschen und bringt deren indirekt versteckten Neid zum Vorschein. Zumindest empfinde ich es so. Ich hasse es, auf solche Fragen zu antworten und trotzdem mache ich es immer wieder. Versuche mich zu erklären, dass ich eben nicht im Lotto gewonnen habe, dass ich keine Bank ausgeraubt habe und dass ich auf keinen Fall alles geschenkt bekomme. Damit ist jetzt Schluss, ab sofort werde ich solch Fragen und Bemerkungen unkommentiert lassen, weil es einfach Dinge sind, die niemanden anzugehen haben.
Allerdings freue ich mich weiterhin, wenn mich jemand nach meiner Reise fragt. Ich erzähle gerne, was ich zu tun habe, auch wenn ich es schon gefühlt tausend Mal erklärt habe. Es kommt mir manchmal vor wie ein Mantra was ich vor mir her plaudere. Aber ich rede gerne darüber, ich bin bereit tiefer gehende Fragen zu beantworten, zu erklären.
Was mich sehr verwundert, ist die Tatsache, dass mich wirklich noch niemand gefragt hat, ob ich nicht Angst hätte vor dieser Reise. Es werden so viele Situationen auf mich zu kommen, die mir unbekannt sind, an die ich nicht mal im Traum denken würde.
Ich habe einige, wenn nicht sogar sehr sehr viele, Szenarien vor meinem inneren Auge durchgespielt, nicht immer gingen alle gut aus. Allein 15 Flüge werde ich absolvieren, und bei jedem neuen Flugzeugunglück habe ich ein kleines mulmiges Gefühl in mir drin. Wenn ich mich mit möglichen Gefahren durch Tropenkrankheiten beschäftige, sagt mir mein Kopf, dass auch ich das alles bekommen könnte und daran zugrunde gehen könnte. Selbst bei noch so kleinen Geschehnissen könnte etwas passieren, auf die ich nicht vorbereitet bin.
Was mich trotz all der Gedanken weitermachen lässt, ist meine Vorfreude. Von Tag zu Tag wird sie größer, ganz besonders wenn ich von Neuseeland träume. Die Tatsache, ganze fünf Tage nur mit meiner Schwester zu reisen, macht mich so unglaublich glücklich und erfüllt mich. Neben all dem Stress plane ich schon unsere Tour durch die Nordinsel und schon jetzt behaupte ich, dass dies ganz klar ein absolutes Erlebnis wird, wenn nicht sogar das Highlight meiner Reise.
In den nächsten Tagen wird noch einiges passieren, ich werde nochmal nach Dortmund fahren um meine Mannschaft zu unterstützen, und danach, ja dann geht es los. Mit dem wohl größten Abenteuer meines bisherigen Lebens.
- Lin.
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