Aus dem Schwarzwald
Wie wohl tut mir des Waldes Pracht
Nach all`dem Staubgewühle,
Der grüne Glaft, die Bächlein sacht,
Die wunderbare Kühle!
O Menschentum, mich fröstelt fast
Vor deiner Selbstsucht Ringen,
Vor deinen Mühen, deiner Hast
Nach flüchtig eitlen Dingen.
Natur, nur spendend liegst du da
Mit Glanz und Blumendüften,
Umhaucht von Frieden fern und nah`
Und reinen Himmelslüften!
Dämmergrüne Buchennacht,
Einsamkeit der Wälder,
Während weit in Sonntagspracht
Lieblich ruh`n die Felder.
Engel geh`n des Weges heut`,
Und des Friedens Kunde
Bringt ein wundersüß` Geläut`
Aus dem Dorf im Grunde.
Heil`ge Ruhe, hehrer Tag,
Hast du keine Schwingen,
Mich mit raschem Flügelschlag
Hin zu Gott zu bringen?
-Franz Alfred Muth
Denke ich an meinen Besuch im Schwarzwald zurück, überkommt mich ein wärmendes Gefühl und meine Mundwinkel ziehen sich nach oben zu einem Lächeln zusammen. Zwischen den Bergen fühlte ich mich sehr klein und geborgen, es war wie ein Familienbesuch in der alten Heimat. Eigentlich war es auch ein Besuch bei der Familie, denn ich habe meinen großen Bruder Nico und seine Freundin Meli besucht und zusammen mit ihrer kleinen Hundedame Gucci haben wir einige Unternehmungen gemacht.
Gleich am Anfang wurde ich ziemlich freudig von Gucci begrüßt, was eher ein Problem war, denn eigentlich habe ich große Angst vor Hunden. Das kümmerte sie aber nun gar nicht, denn sie lief einfach ihre kleine Treppe zur Couch hinauf, lief auf mich zu, setze sich auf meinen Schoss und schaute mich mit ihren Kulleraugen an. Es lief daraus hinauf, dass ich nicht drum kam diese kleine Maus zu streicheln und gewissermaßen hat sie mir mein Herz gestohlen.
Kurz darauf fuhren wir nach Triberg und besichtigten die Wasserfälle, aufgrund der dortigen Wetterverhältnisse war aber nur ein Teil begehbar. Danach ging es noch in jeden Souvenirladen im Ort um diverse Kuckucksuhren zu bestaunen. Wirklich beeindruckend was es für schöne Exemplare gibt und eine kleine Uhr habe ich mir auch tatsächlich mitgenommen.
Es ging weiter nach Villingen-Schwenningen um auf einen Aussichtsturm zu klettern und von dort einen Blick über einen Teil des Schwarzwalds zu haben. Da die Sonne schon etwas tiefer stand war es ein wunderschöner Ausblick von einem 30 m hohen Turm, der ohnehin schon in 778 m Höhe stand. Als Anmerkung muss man hinzufügen, dass wir uns nicht nach ganz oben getraut haben.
Zum Abendessen ging es dann nach Donaueschingen, in der sich auch die "Donauquelle" befindet. An selbiger gingen wir dann noch mit Gucci etwas spazieren bevor es dann ins Fürstenberger Braustüble zum Essen ging. Es war sehr urig und die Speisen wurden in Tracht serviert, was ich sehr spannend fand.
Den Abend haben wir dann nach einem kleinen Fotoshooting gemeinsam auf der Couch vor dem Fernseher mit einem Bier ausklingen lassen bevor es dann am nächsten Morgen schon weiter ging.
Mit Nico ging es dann am nächsten Vormittag noch nach Villingen, Meli musste leider arbeiten. Ich bekam noch eine sehr informative Führung durch die Altstadt bevor wir dann zum Bahnhof fuhren mussten, damit ich meinen Zug zurück nach Stuttgart nicht verpasste. Und da saß ich dann im Zug mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Traurig, dass 24 h verdammt schnell vergehen können und so glücklich, dass ich die beiden als einen Teil meiner Familie bezeichnen darf.
- Lin.


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