Mittwoch, 13. August 2014

Schubladen zerstören

Ich dachte immer, dieses Schubladendenken ist mittlerweile überstanden, dass man nicht mehr in alle möglichen Ecken gestellt wird, nur weil man mal was sagt. Jetzt wo ich 18 bin, und zumindest auf dem Papier "erwachsen" bin, kann ich es doch wohl verlangen. Ich trage die Verantwortung für mein Leben ganz allein und werde trotzdem wie ein kleines naives Kind behandelt. 
Im Moment bin ich krank geschrieben, da ich letzte Woche Montag einen Fahrradunfall hatte (was auch der Grund für meine Abwesenheit war). Während im Krankenhaus unfreundliche Ärzte warteten, geisterte mir nur der Gedanke durch den Kopf, dass hoffentlich nichts gebrochen war. Nach stundenlangem Warten wurde mir mitgeteilt, es sei nur eine Ellenbogenprellung, und die ganzen Schürfwunden verheilen ja eh von allein (Mir geht es wieder gut, kein Grund zur Sorge.).
Und jetzt kommen meine Bekannten ins Spiel. "Du bist krank geschrieben? In den Ferien?" - "Als ob du arbeiten gehen würdest.." - "Hab dich mal nicht so, so kannst du doch auch arbeiten gehen." Diese Sätze stellt man sich jetzt noch mit dem passenden Unterton vor und einer Mischung aus Verachtung und Herablassung. Ganz vorweg, so was kann ich gar nicht leiden. 
Ferien gibt es für mich nicht mehr, schließlich bin ich mit der Schule fertig und mit der Uni fang ich irgendwann mal an. Krank geschrieben bin ich einerseits, weil der Unfall auf dem Weg zur Arbeit passierte und zweitens, weil ich mittlerweile nun mal arbeiten gehe. 
Nächster Punkt; die, die mich kennen wissen, dass ich seit April im Hotel arbeite um mir meine Weltreise mit zu finanzieren. Und mit einer Ellenbogenprellung kann ich ganz sicher nicht arbeiten gehen, schließlich muss ich meine Arme belasten können.

Nächste Schublade, in die ich mittlerweile öfter gesteckt werde: "Du kannst dir deine Weltreise doch gar nicht finanzieren, lass es doch einfach." 
Klar, am Anfang sah es wirklich nicht danach aus aufgrund der ganzen Kosten, doch ich hab nicht vor mal eben aufzugeben nur weil es so aussieht. Setzt man sich eben hin und rechnet und rechnet und rechnet (Achtung Kopfschmerzen!) und macht sich seine Gedanken wie man noch an Geld kommt. Ja ich hatte meine Momente, in denen ich am liebsten alles hingeschmissen hätte, wenn es mal wieder ums Geld ging. So eine Weltreise ist (leider) verdammt teuer und so reich ist meine Familie auch nicht. Aber ich habe immer gesagt, dass ich meine Weltreise nicht aus finanziellen Gründen scheitern lasse solange ich nicht alles versucht habe. 

Aber hey, was kümmert mich das alles, ich werde doch gerne in Schubladen gesteckt und jetzt habe ich genug gemeckert. 

Letzten Samstag war ich mit einer Freundin wandern, mal raus aus der Stadt. Hatte aber auch seine Gründe, einerseits wollten wir noch etwas Zeit miteinander verbringen bevor sie nach Stuttgart zieht, und ich wollte auch noch meine neuen Wanderschuhe etwas einlaufen. Schließlich habe ich keine Lust mir in Spanien Blasen zu laufen. ;-) 

Meine kleinen wunderschönen Babys. :) 

Eine Pause muss auch mal sein. ;-)

- Lin.

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